Prof. Dr. Dr. Wilfried Wagner ET AL.
ASTRA TECH IMPLANT SYSTEM

Abgeschrägtes Implantat passend zur Anatomie hat sich bewährt

99,2 Prozent Überlebensrate und signifikanter Zugewinn an keratinisierter Mukosa nach zwei Jahren in situ

Die Zwei-Jahres-Ergebnisse einer prospektiven Fünf-Jahres-Multicenter-Studie unter Leitung von Professor Dr. Dr. Wilfried Wagner von der Universitätsmedizin Mainz belegen eindrucksvoll den Erfolg der OsseoSpeed-Profile-Implantate des Astra Tech Implant System von Dentsply Sirona Implants. Implantologisch tätige Zahnärzte können heute mit vielen verfügbaren Implantatsystemen funktionell zuverlässige und gute ästhetische Ergebnisse erzielen. Ausschlaggebend für den Therapieerfolg sind neben der Überlebensrate des Implantats die nachhaltige Stabilität des Weichgewebes und der marginale Knochenerhalt. Eine auf insgesamt fünf Jahre angelegte prospektive klinische Multicenter-Studie, publiziert von Dr. Dr. Eik Schiegnitz et al., unter der Leitung von Professor Dr. Dr. Wagner von der Universitätsmedizin Mainz sowie mit Unterstützung von 24 Kollegen aus zahnärztlichen und kieferchirurgischen Praxen des Expertennetzwerks PEERS von Dentsply Sirona Implants, liefert die publizierten Ergebnisse. Nach einem durchschnittlichen Follow-up von 28,7 Monaten sprechen die Resultate eindeutig für eine außergewöhnlich hohe Erfolgssicherheit und Langzeit-Effektivität der Osseo-Speed-Profile-Implantate mit abgeschrägter Implantatschulter im bisherigen Beobachtungszeitraum.

Das Remodelling des Alveolarkamms nach Zahnverlust führt zu Knochenatrophie und als deren Folge zu einem abgeschrägten Kieferkamm, dem das Design dieses Implantats nachempfunden ist, sodass in den meisten Fällen auf einen Knochenaufbau verzichtet werden kann. Denn ein von oral nach vestibulär schräg atrophierter Kieferkamm muss bei Verwendung anderer Implantatgeometrien häufig mit aufwendigem aber unsicherem Kammaufbau ausgeglichen werden. Mit dieser Atrophie verschlechtern sich auch die Voraussetzungen für eine ästhetisch perfekte implantologische Versorgung. Da das Remodelling vermehrt in der Oberkieferfront und im Bereich fehlender Molaren im Unterkiefer auftritt, muss in diesen Fällen nicht selten eine Knochen-Augmentation oder eine gesteuerte Knochenregeneration (GBR) durchgeführt werden, um ein stabiles und ästhetisch zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Meist kommen Implantate mit einer geraden horizontalen Implantatschulter zum Einsatz. Der Nachteil ist das erhöhte Risiko von Implantatexpositionen, die vor allem im vestibulären Bereich zu ästhetisch unbefriedigenden Ergebnissen führen können.

  • Abb. 1 bis 3: Fallbeispiel 1 zeigt die keratinisierte Schleimhaut postoperativ, nach prothetischer Versorgung und 24 Monate später.
  • Abb. 2
  • Abb. 3

INNOVATIVES IMPLANTATDESIGN ZEIGT KLARE VORTEILE

Besonders hervorzuheben sind hier die seit 2011 verfügbaren OsseoSpeed-TX-Profile-Implantate des Astra Tech Implant System sowie seit 2015 auch die neue Implantatserie Osseo- Speed-Profile-EV. Für viele implantologisch tätige Zahnärzte ist das Profile-Implantat längst zu einer Standardversorgung bei ganz unterschiedlichen Indikationen geworden.Die Gründe: Es passt sich an die anatomischen Gegebenheiten

des Kieferkamms an (implant follows bone), nutzt das vorhandene Knochenangebot optimal und kann so zu einer deutlichen Reduktion der Notwendigkeit von aufwendigen Augmentationen führen. Jetzt werden die positiven Rückmeldungen von Anwendern durch die bemerkenswerten wissenschaftlichen Ergebnisse der Studie untermauert, die unter dem Titel „Survival and tissue maintenance of an implant with a sloped configurated shoulder in the posterior mandible – a prospective multicenter study“ in der Fachzeitschrift Clinical Oral Implants Research erscheinen werden und bereits vorab in der US-amerikanischen Nationalbibliothek für Medizin (PubMed) publiziert wurden: onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/clr.12869/abstract

MULTICENTER-STUDIE UNTER EINBEZIEHUNG DER NIEDERGELASSENEN PRAXEN

Diese Studie ist die erste prospektive Multicenter-Studie, die einen Einfluss des Implantatdesigns auf den Zugewinn an keratinisierter Mukosa zeigen konnte. Sie ist außerdem in vielerlei Aspekten einmalig: im Hinblick auf die Anzahl der Studienzentren und Implantate, der Anzahl der Patienten und der Reproduzierbarkeit des Weichgewebserfolgs.24 Studienzentren sind beteiligt. 184 Patienten zwischen 21 und 83 Jahren erhielten insgesamt 238 Implantate posterior gesetzt (darunter 95 Frauen und 89 Männer). Entgegen der üblichen Studienprotokolle war Rauchen in dieser Studie kein Ausschlusskriterium. Multicenter-Studien mit so einer hohen Anzahl an Zentren und Patienten sind sehr selten, da der finanzielle und organisatorische Aufwand enorm ist. Nach nunmehr 24 Monaten liegen die Ergebnisse vor, deren Zahlen und Fakten für sich sprechen: Die Überlebensrate der Implantate liegt bei 99,2 Prozent. Lediglich zwei Implantate gingen bisher verloren (eines nach sieben Monaten, ein weiteres nach 21 Monaten). Dabei hatte das Rauchen einen signifikanten Einfluss auf die Überlebensrate.

  • Abb. 4 bis 6: Fallbeispiel 2 zeigt die keratinisierte Schleimhaut postoperativ, nach prothetischer Versorgung und 24 Monate später.
  • Abb. 5
  • Abb. 6

Auch die Hart- und Weichgewebsanalyse übertrifft alle Erwartungen. Daten über den Zustand des Weichgewebes wurden bei den Patienten erstmals zum Zeitpunkt der Insertion erhoben, dann unmittelbar nach der prothetischen Versorgung sowie nach 6, 12 und 24 Monaten.

Bei Patienten, deren keratinisierte Schleimhaut postoperativ geringer als 2 mm war, konnte eine signifikante Zunahme der Breite der keratinisierten Mukosa beobachtet werden (6 Monate post-OP: 1.86 ± 0.9 mm, 12 Monate post-OP: 1.96 ± 0.8 mm, 24 Monate post-OP: 2.17 ± 1.0 mm). Auch bei Patienten mit normaler Weichgewebssituation nahm die Breite der fixierten Schleimhaut zwar nur leicht, aber signifikant zu (6 Monate post-OP: 2.21 ± 1.0 mm, 12 Monate post-OP: 2.38 ± 1.1 mm, 24 Monate post-OP: 2.52 ± 1.1 mm). In Hinblick auf den möglichen Knochenverlust bei der Einheilung belegt die Studie den Erhalt des periimplantären Knochenniveaus bei der Verwendung von OsseoSpeed-Profile-Implantaten. Im Nachbeobachtungszeitraum von 20.7 ± 8 Monaten betrug der Knochenverlust im Schnitt 0.30 ± 0.6 mm.

Prof. Wagner war von den guten Ergebnissen nicht sonderlich überrascht: „Da wir das Profile-Implantat seit vielen Jahren in der klinischen Anwendung haben und seine klinische Eignung kennen und schätzen, waren diese ermutigenden Ergebnisse eine Bestätigung der klinischen Erfahrung.“ Er sieht in Implantaten mit schräger Implantatschulter bei Sofortimplantationen oder Kieferatrophie ein klinisches Potenzial, da „etwa 30 Prozent der zahnlosen Unterkiefer-Seitenzahnbereiche einen schräg atrophierten Kieferkamm aufweisen.“

Dr. Schiegnitz hat insbesondere die gute Dokumentation in den beteiligten Zentren begeistert: „Neben den täglichen Praxisanforderungen ist es für die Kollegen in den niedergelassenen Praxen nicht einfach, die Dokumentation stringent durchzuführen. Die Vielzahl und Qualität der gelieferten Daten hat uns überzeugt, dass wir auch in der Verlängerung der Studie auf insgesamt fünf Jahre wieder mit einer statistisch relevanten Anzahl an Daten die guten Langzeitergebnisse des OsseoSpeed Profile belegen können. 

 

  • Abb. 3a: Bei einem schräg atrophierten Kieferkamm kann eine Augmentation erforderlich werden.
  • Abb. 3b: Verwendet man ein herkömmliches Implantatdesign, wäre eine Augmentation notwendig.
  • Abb. 3c: Ein abgeschrägtes Implantat passt sich dagegen der natürlichen Anatomie des Knochens an, sodass eine Augmentation vermieden werden kann.

FAZIT

„Dokumentation ist nicht alles – aber ohne Dokumentation ist alles nichts“ – eine umfangreiche wissenschaftliche Datenlage gibt sowohl dem Behandler als auch dem Patienten mehr Sicherheit und belegt die Eignung des Implantatsystems für den klinischen Einsatz in der täglichen Praxis. Die Zwei-Jahres-Ergebnisse der Studie decken sich mit den positiven Anwenderberichten. OsseoSpeed-Profile-Implantate überzeugen in der Studie durch eine hohe Überlebensrate nach zwei Jahren (99,2 Prozent), ihren positiven Einfluss auf die Hart- und Weichgewebsstabilität und den Erhalt des periimplantären Knochenniveaus. Das innovative Design erspart in vielen Fällen eine unangenehme, oft aufwendige und nicht selten kostspielige Augmentation.

Damit ist das OsseoSpeed-Profile-Implantat für anspruchsvolle Indikationen im Seitenzahnbereich bestens geeignet und eine perfekte Ergänzung zu den herkömmlichen Implantatsystemen. Darüber hinaus hat es sich in der klinischen Erfahrung auch in der ästhetischen Zone bewährt. 

Dr. Karsten Wagner, Geschäftsführer von Dentsply Sirona Implants Deutschland, ist überzeugt: „Das Profile-Implantat ist eine wichtige Ergänzung des Astra Tech Implant System und wird zu einem Paradigmenwechsel führen. Statt wie bisher den Knochen an das Implantat anzupassen, folgt das Profile-Implantat der Knochenform: Implant follows bone. Und die Basis – das Astra Tech Implant System – ist nicht nur eines der erfolgreichsten, sondern auch eines der am besten dokumentierten Systeme der Welt.“

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Bitte wenden Sie sich an sabine.soehngen@dentsplysirona.com, um den vollständigen Artikel zur TX-Profile-Studie kostenfrei zu beziehen.