Dr. Michael R. Norton
ATLANTIS, ASTRA TECH IMPLANT SYSTEM

Ein anspruchsvoller multidisziplinärer Ansatz

Ersatz eines nicht erhaltungsfähigen Schneidezahns im Oberkiefer

ZUSAMMENFASSUNG

Patient: Ein 30-jähriger Patient wurde zum Ersatz eines nicht erhaltungsfähigen linken oberen mittleren Schneidezahns überwiesen, der im Alter von elf Jahren ausgeschlagen und reimplantiert worden war.
Herausforderung: Auch die beiderseits angrenzenden Schneidezähne waren bei dem Trauma geschädigt worden. Der Patient stellte sich mit einer großen periapikalen radikulären Zyste vor, die eine endodontische Behandlung der Zähne 11 und 12 erforderte.

Behandlung: Zahn 21 wurde durch ein 4,8 mm x 13 mm OsseoSpeed-EV-Implantat unter Verwendung eines einzeitigen transmukosalen Protokolls mit HealDesign-EV ersetzt.
Das Implantat wurde mit einem patientenindividuellen ATLANTIS CAD/CAM-Abutment (computergestützte Konstruktion und Fertigung) und einer IPS-e.max-Krone definitiv versorgt, zusammen mit konventionellen
IPS-e.max-Kronen auf den Zähnen 12, 11 und 22.

Dieser anspruchsvolle Fall erforderte eine präzise Evaluierung der verschiedenen alternativen Ansätze sowie eine klinische Entscheidungsfindung vor Festlegung der definitiven Therapie. Ein chirurgischer Ansatz hätte die Extraktion der Zähne 11, 12 und 21 sowie die Enukleation der Zyste mit anschließender Knochentransplantation zur Füllung des Hohlraums bedeutet. Dies hätte dann die Insertion eines oder zweier zusätzlicher Implantate und die Versorgung mit entweder drei einzelnen implantatgetragenen Kronen oder einer implantatgestützten dreigliedrigen Brücke erfordert.

Der chirurgische Ansatz wurde als zu traumatisch eingestuft und hätte zu einem umfangreichen Gewebeverlust geführt, was ein gutes ästhetisches Endresultat erschwert hätte. Für den relativ jungen Patienten hätte das auch den Verlust von drei seiner vier Schneidezähne und damit ein psychisches Trauma bedeutet. Stattdessen wurde eine endodontische Therapie gewählt, um die Zyste auszuheilen und dadurch die Zähne, die Kieferkammform und auch die interdentalen Papillengewebe zu erhalten.

Die initiale Ansicht der verblockten Kronen an 11 und 21 zeigte entzündetes parodontales Weichgewebe (Abb. 1). Eine präoperative Röntgenaufnahme ergab eine Resorption der Zahnwurzel 21 mit einer apikalen Aufhellung an 11 (Abb. 2). Nach der Extraktion von Zahn 21 war die Resorption der bukkalen Knochenplatte zu sehen (Abb. 3). Deshalb wurde eine Alveolenaugmentation mit Knochenersatzmaterial und Abdeckung mit einer Membran durchgeführt (Abb. 4). Die Wunde wurde vernäht und eine laborgefertigte dreigliedrige provisorische Versorgung eingegliedert (Abb. 5).

Es folgte eine Einheilphase des Transplantats von einem Jahr, um die Ausheilung der radikulären Zyste zu ermöglichen. Nach Ablauf dieser Zeitspanne präsentierten sich die Weichgewebe in gesundem Zustand (Abb. 6). Abbildung 7 zeigt die virtuelle Platzierung eines 4,8 mm x 13 mm OsseoSpeed-EV-Implantats in der Darstellung durch eine Cone-Beam-Computertomografie (CBCT-Scan) mit der SIMPLANT-Software.

Das Implantat wurde ohne Aufklappung (flapless) inseriert und ein HealDesign-EV-Abutment 4,8 D 6,5 mm eingesetzt, um die transmukosale Einheilung zu unterstützen (Abb. 8). Nach der Abdrucknahme waren der Implantat-Abdruckpfosten-EV 4,8 und das Implantatanalog-EV 4,8 in der Polyetherabformung zu sehen (Abb. 9). Es wurde ein Gipsmodell angefertigt und gescannt. Diese Daten wurden in die ATLANTIS-VAD-Software übertragen. Abbildung 10 zeigt das virtuelle Design eines titannitrid-beschichteten goldfarbenen ATLANTIS-Abutments. Dieses wurde mit einer Gingivamaske in das Modell gesetzt, und es erfolgte die Herstellung der definitiven vollkeramischen Lithium-Disilikat-Einzelkronen (IPS-e.max) (Abb. 11 und 12). Das Abutment wurde eingesetzt und die Abutmentschraube mit 25 Ncm angezogen (Abb. 13). Die Abbildungen 14 und 15 zeigen die faziale und okklusale Ansicht der definitiven Restauration bei der Eingliederung mit Vollkeramikkronen auf den Zähnen 12, 11, 21 und 22.

Ein zum gleichen Zeitpunkt aufgenommenes Röntgenbild zeigte eine hervorragende Passform der Restauration mit stabilem marginalen Knochenniveau (Abb. 16). Sechs Monate nach Eingliederung der Kronen ergab eine Nachkontrolluntersuchung des Patienten einen ausgezeichneten Zustand der periimplantären Gewebe (Abb. 17).

  • Cone-Beam-CT der Ausgangssituation
  • Abb. 1: Klinische Situation vor der Behandlung
  • Abb. 2: Röntgensituation vor der Behandlung
  • Abb. 3: Extraktionsalveole von Zahn 21
  • Abb. 4: Alveolenaugmentation in regio 21
  • Abb. 5: Provisorische Versorgung
  • Abb. 6: Gesunde Weichgewebebedingungen ein Jahr nach Transplantation
  • Abb. 7: Virtuelle Platzierung eines 4,8 mm x 13 mm OsseoSpeed-EV-Implantats
  • Abb. 8: Implantatinsertion in regio 21, abgedeckt mit HealDesign-EV 4,8
  • Abb. 9: Implantat-Abdruckpfosten EV 4,8 und Implantatanalog-EV 4,8 in der Polyetherabformung
  • Abb. 11: ATLANTIS-Abutment im Gipsmodell mit Gingivamaske
  • Abb. 12: Definitive vollkeramische Lithium-Disilikat-Einzelkronen
  • Abb. 13: Titannitrid-beschichtetes ATLANTIS-Abutment in situ
  • Abb. 14: Faziale Ansicht der definitiven Restauration
  • Abb. 15: Okklusale Ansicht der definitiven Restauration
  • Abb. 16: Röntgenaufnahme bei Behandlungsabschluss
  • Abb. 10: Virtuelles Design eines ATLANTIS-Abutments
  • Abb. 17: Hervorragender Zustand der periimplantären Gewebe sechs Monate nach
    Eingliederung der definitiven Restauration

Abrechung und Trainingsfilm

Hier können Sie diesen Fallbericht mit Abrechnungsbeispiel als PDF herunterladen und Trainingsfilme zu ASTRA TECH Implant System EV anschauen.
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